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Fischer Verlage

Casa Almirall

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Carrer de Sant Rafael 22, 08001 Barcelona , N 41° 22.758' E 002° 10.175'

Das Almirall mit seiner modernistischen Ausstattung aus dunklem Holz existiert seit 1860 und ist noch heute beliebt als Bar und Café. Ob durchzogen von »Absinth- und Havannadunst« (S. 96) wie im ›Spiel des Engels‹, mag jeder selbst überprüfen. »Abgesehen von meinem ehemaligen Chef und den Semperes traf ich mich aus Zeitgründen höchstens noch mit Vidal, und wenn das geschah, dann eher weil er mich aufsuchte als aus eigenem Antrieb. Er mochte das Haus mit dem Turm nicht und wollte immer hinaus und einen Spaziergang machen, bis wir gewöhnlich im Almirall in der Calle Joaquín Costa landeten, wo er ein Konto hatte und freitagabends einen literarischen Stammtisch pflegte. Zu dem lud er mich allerdings nicht ein, denn die Teilnehmer, allesamt frustrierte Dichterlinge und Arschkriecher, die in Erwartung eines Almosens, einer Empfehlung an einen Verleger oder eines lobenden Wortes zur Übertünchung verletzter Eitelkeiten alle seine Einfälle beklatschten, hassten mich bekanntermaßen mit einer Energie und Ausdauer, die ihren künstlerischen Unterfangen fehlte, welche ein ignorantes, hinterhältiges Publikum einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollte. Dort erzählte er mir im Absinth- und Havannadunst von seinem Roman, der nie fertig wurde, von seinen Plänen, sich vom Nichtstun pensionieren zu lassen, und seinen Liebschaften und Eroberungen, die desto jünger und heiratsfähiger waren, je älter er wurde.« (S. 96) Fermín Romero de Torres macht in ›Der Gefangene des Himmels‹ das Almirall, das in derselben Straße liegt wie seine Pension, zu einem seiner Stammlokale: »In seinem Voreheeifer hatte er sogar mit dem neuen Pfarrer der Santa-Ana-Kirche, Don Jacobo, Freundschaft geschlossen, einem Priester aus Burgos mit entspannter Ideologie und den Manieren eines pensionierten Boxers, den er mit seiner maßlosen Dominoleidenschaft angesteckt hatte. Sonntags nach der Messe lieferte er sich mit ihm im Restaurant El Almirall historische Partien, und der Geistliche lachte herzlich, als ihn mein Freund zwischen zwei Gläsern Montserrat-Likör fragte, ob er eigentlich die Gewissheit habe, dass Nonnen Schenkel hätten, und wenn ja, ob sie so zart zu beknabbern seien, wie er es sich seit seiner Jugend vorstelle.« (S. 17)

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