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Can Lluís

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Ein weiteres Restaurant aus dem Zafón'schen Barcelona, das wirklich und bis heute existiert. In ›Der Gefangene des Himmels‹ eins der Lieblingslokale von Fermín und auch von Professor Alburquerque. Daniel holt Fermín eines Abends zum Essen ab: »Fermín erwartete mich schon vor dem Hauseingang, als ich ihn kurz nach neun Uhr abholte. ›Großen Hunger habe ich eigentlich nicht‹, sagte er zur Begrüßung. ›Schade, ich hatte gedacht, wir könnten ins Can Lluís gehen‹, schlug ich vor. ›Heute Abend gibt’s gekochte Kichererbsen mit Schweinekopf und -füßchen …‹ ›Na ja, man darf auch nicht allzu voreilig sein‹, stimmte er zu. ›Gutes Essen ist wie junge Mädchenblüte – nur Schwachköpfe wissen es nicht zu schätzen.‹ Mit dieser Perle aus dem Aphorismenschatz des vortrefflichen Don Fermín Romero de Torres als Motto spazierten wir zum Can Lluís hinunter, das unter allen Lokalen in Barcelona wie auch im Großteil der restlichen bekannten Welt eines der Lieblingslokale meines Freundes war. Es lag in der Calle de la Cera 49, auf der Schwelle zum Herzstück des Raval-Viertels. Sich schlicht gebend, mit einem Hauch von Wanderbühnennostalgie und randvoll von den Geheimnissen des alten Barcelona, zeichnete sich das Can Lluís durch eine hervorragende Küche, einen Service wie aus dem Lehrbuch und durch selbst für Fermín oder mich erschwingliche Preise aus. Unter der Woche versammelte sich da abends eine Bohemegemeinde – Theater- und Literaturmenschen und weitere Kreaturen, die gut oder elend lebten und alle miteinander anstießen.« (S. 80/81)

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